Spring Idyll 1900 - 1901
Piet Mondriaan
SegeltuchÖlfarbeFarbe
75 ⨯ 64 cm
Derzeit nicht über Gallerease verfügbar
Studio 2000 Art Gallery
- Über KunstwerkProvenance: obtained ca. 1940 in Amsterdam by mrs. I.J. Bantzinger-Wiedenhoff; April 12th 1972, Auction house Sotheby’s, Londen: nr. 38; April 10th 1989 Auction house Sotheby’s, Amsterdam: nr. 342c; 1990 Private collection, Belgium.
- Über Künstler
Pieter Cornelis Mondriaan (geboren am 7. März 1872 in Amersfoort – gestorben am 1. Februar 1944 in New York) wurde einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein Werk markiert einen radikalen Wandel in der Kunstgeschichte: von der traditionellen Figuration hin zu einer streng geordneten, geometrischen Abstraktion, die der Welt das Sehen mit neuen Augen beibringen sollte.
Mondrian wurde in eine streng protestantische Familie hineingeboren, in der Kunst und Religion eng miteinander verflochten waren. Sein Vater war Schuldirektor und Amateurmaler, sein Onkel Maler. Dieser Hintergrund ermöglichte Mondrian einen frühen Zugang zu Zeichen- und Maltechniken. In seinen jüngeren Jahren malte er hauptsächlich Landschaften – Mühlen, Bauernhöfe, Flüsse – im impressionistischen Stil, beeinflusst von Künstlern wie der Haager Schule und Vincent van Gogh.
Um 1908 begann Mondrian, sich mit Theosophie zu beschäftigen, einer spirituellen Philosophie, die von einer verborgenen Ordnung hinter der sichtbaren Realität ausgeht. Dieses Interesse sollte seine Kunst grundlegend verändern. Er begann, Farben symbolischer zu verwenden und natürliche Formen zu vereinfachen. Seine Bäume, Kirchtürme und Dünen wurden zunehmend strenger und abstrakter.
Ein wichtiger Schritt erfolgte während seines Aufenthalts in Paris ab 1911. Dort war er fasziniert vom Kubismus Picassos und Braques. Er begann, seine Arbeit anhand von Ebenen und Linien zu analysieren und entwickelte nach und nach seine eigene Bildsprache: geometrische Formen, gerade Linien und eine begrenzte Palette von Grundfarben.
Im Jahr 1917 war Mondrian Mitbegründer von De Stijl, einer Kunstbewegung, die nach universeller Harmonie und Ordnung in Kunst und Architektur strebte. Gemeinsam mit Theo van Doesburg und anderen suchte er nach der „Essenz“ der Kunst – jenseits des Persönlichen, Anekdotischen oder Dekorativen. Sein Stil – den er selbst Neoplastizismus nannte – beschränkte sich auf horizontale und vertikale Linien und die Verwendung von Schwarz, Weiß und den Primärfarben Rot, Blau und Gelb.
Seine Gemälde aus dieser Zeit, etwa Komposition mit Rot, Blau und Gelb (1930), gelten als Ikonen der modernen Kunst. Sie wirken einfach, sind aber bis ins kleinste Detail durchdacht. Jede Linie, jede Farbe, jedes Verhältnis wurde sorgfältig platziert, um ein Gleichgewicht zu erreichen.
1940 floh Mondrian vor dem Krieg nach New York. Dort fand er neue Energie und Inspiration in der Dynamik der Stadt, der Jazzmusik und der aufstrebenden amerikanischen Kultur. Sein Werk erhielt einen neuen Rhythmus, wie sein Meisterwerk Broadway Boogie Woogie (1942–1943) zeigt. Die geraden Linien wichen einem Raster aus Blöcken und hellen Farbakzenten, die an die Karte von Manhattan und den Rhythmus der Musik erinnerten, die er liebte.
Mondrian starb 1944 an einer Lungenentzündung, doch sein Einfluss reicht weit über die Malerei hinaus. Seine Arbeit inspirierte Architekten, Designer, Modedesigner (wie Yves Saint Laurent), Grafikdesigner und sogar Musiker. Er legte den Grundstein für Modernismus und Minimalismus und seine Bildsprache ist noch heute im Straßenbild, im Design und in der Popkultur erkennbar.
Obwohl seine Arbeit oft mit kühlem Rationalismus in Verbindung gebracht wird, spiegelt sie eine tiefe Sehnsucht nach Harmonie, Reinheit und spiritueller Ordnung wider. Mondrian wollte nicht die Realität abbilden, sondern ihre zugrunde liegende Struktur sichtbar machen – eine universelle Wahrheit in Farbe und Linie.
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