Uber den Künstler
Jan Wiegers (1893–1959) war ein führender niederländischer expressionistischer Maler und einer der Gründer der Groninger Künstlervereinigung De Ploeg. Geboren wurde er am 31. Juli 1893 in Kommerzijl. Im Alter von 13 Jahren begann er den dreijährigen Einführungskurs an der Minerva-Akademie in Groningen. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Bildhauereiunterricht abbrechen und wandte sich der Malerei zu.
Nach seiner Ausbildung zog Wiegers 1911 nach Deutschland, um seinen künstlerischen Horizont zu erweitern. 1912 besuchte er die Sonderbundausstellung in Köln, eine einflussreiche internationale Ausstellung frühneuzeitlicher Kunst. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte er in die Niederlande zurück und setzte sein Studium an der Minerva-Akademie fort. Er nahm auch an Kursen an den Akademien in Rotterdam und Den Haag teil.
Im Jahr 1918 war Wiegers einer der Gründer von De Ploeg, einem Künstlerkollektiv, das nach Innovationen in der Kunst strebte. Seine Arbeiten aus dieser Zeit sind geprägt durch Experimente mit formaler Vereinfachung und der Verwendung großer Farbflächen. Kritiker bezeichneten ihn damals als „den modernsten Maler Groningens“.
Ein Wendepunkt in seiner Karriere ereignete sich zwischen 1920 und 1922, als er wegen einer Tuberkulose-Erkrankung zur Genesung ins schweizerische Davos ging. Dort lernte er den deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner kennen, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Kirchner betrachtete Wiegers als gleichwertigen Kollegen und ihr gegenseitiger Einfluss war in ihrer Arbeit deutlich sichtbar. Wiegers Palette wurde lebendiger und sein Pinselstrich freier und kraftvoller.
Nach seiner Rückkehr nach Groningen führte Wiegers den expressionistischen Stil bei De Ploeg ein, was zu einer kollektiven künstlerischen Entwicklung innerhalb der Gruppe führte. Sein Werk aus dieser Zeit ist vielfältig und umfasst Schweizer Landschaften, Groninger Szenen, Akte, Stillleben, Innenräume und Porträts. Neben der Malerei beschäftigte er sich mit Radierung und Holzschnitt und inspirierte seine Kollegen, diese Techniken zu erkunden.
1934 zog Wiegers nach Amsterdam, wo er ein geschätzter Porträtmaler wurde. Er blieb jedoch mit De Ploeg verbunden und nahm bis 1948 an deren Ausstellungen teil. 1953 wurde er zum Professor an der Staatlichen Akademie der Schönen Künste in Amsterdam ernannt.
Jan Wiegers starb am 30. November 1959 in Amsterdam. Sein Erbe lebt in seinen ausdrucksstarken und farbenfrohen Werken weiter, die die niederländische Kunstgeschichte nachhaltig beeinflusst haben.















































