Uber den Künstler
Mit seinen langgestreckten, armlosen Bronzefiguren schuf Peter Leyenaar (1923–2023) ein einzigartiges Bild der Menschheit. Neutral in der Pose und ohne individuelle Merkmale fungieren seine Figuren als Archetypen. Titel wie „Körperlich gefangen“, „Schüchtern“, „Schulter an Schulter“ und „Gemeinsam getrennt“ verdeutlichen den Fokus seines Werks: die komplexen Beziehungen zwischen Menschen.
Sowohl in Entwurf als auch in Ausführung zeugen Leyenaars Bronzen von außergewöhnlichem visuellen und kreativen Talent. Obwohl seine Skulpturen oft eine beachtliche physische Präsenz besitzen, wirken sie bemerkenswert leicht und zurückhaltend. Dieser Effekt entsteht durch die schlanken Proportionen, die aufwärts gerichtete Bewegung der Körper und die subtile Spannung zwischen den Figuren, die zusammen ein dynamisches und doch ausgewogenes Ganzes bilden.
Leyenaars Wunsch, leichte, dynamische Figuren zu schaffen, veranlasste ihn früh, die direkte Steinbearbeitung aufzugeben und stattdessen mit Ton zu arbeiten. Diese Arbeitsweise gab ihm die Freiheit, Bewegung und Verletzlichkeit zu betonen. Seine Skulpturen scheinen sich von der Erde zu lösen: Sie erheben sich, balancieren, berühren einander, ohne zusammenzustoßen.
Diese körperliche Sensibilität ist eng mit seiner Liebe zum klassischen Ballett verbunden. Wie Tänzerinnen und Tänzer wirken seine Figuren, als stünden sie auf Zehenspitzen, eingefangen in einem Moment der Konzentration und fragilen Gleichgewichts. In Leyenaars Werk wird der menschliche Körper so zum Träger von Emotionen, Verbundenheit und Distanz – still und doch stets in Bewegung.
















































