Bonnet 1898
Marie Wandscheer
Original Öl auf Leinwand
56 ⨯ 28 cm
€ 1.000 - 5.000
Kunsthandel Pygmalion
- Über KunstwerkMarie Wandscheer (Amsterdam 1856-1936 Ede)
Bonnet (1898)
56 x 28 cm
Olieverf op doek, gesigneerd - Über Künstler
Marie Wandscheer (1856–1936) war eine niederländische Künstlerin, die mit ihren raffinierten Gemälden, Pastellen und Radierungen eine einzigartige Stellung in der Malerei ihrer Zeit einnahm. Sie wurde am 9. November 1856 in Amsterdam als Tochter von Johan Frederik Christiaan Wandscheer, Direktor einer Reederei, und Anna Christina Pilger geboren. Sie blieb ihr Leben lang unverheiratet und widmete sich ganz der Kunst.
Ihre künstlerische Ausbildung begann bei Valentijn Bing und vertiefte sich an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten, wo sie zehn Jahre lang bei dem einflussreichen Maler und Lehrer August Allebé studierte. In diesen prägenden Jahren entwickelte Wandscheer ihr technisches Handwerk und ihre Vorliebe für intime, ruhige Szenen. Ihren Motiven – oft Frauen, Kinder, Blumen und Innenräume – begegnete sie mit einem sensiblen Blick für Atmosphäre und Details.
Von 1892 bis 1895 lebte Marie in Nieuwer-Amstel, danach ließ sie sich in Ede nieder, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. In Ede lernte sie den Maler und Radierer Willem Witsen kennen, bei dem sie Unterricht nahm und mit dem sie eine enge Freundschaft pflegte. Auch mit Lizzy Ansingh, einer prominenten Vertreterin der sogenannten Amsterdamse Joffers – einer Gruppe von Künstlerinnen, die sich ihren Platz in der Kunstwelt auf eigenwillige Weise eroberten – pflegte sie enge Beziehungen. Obwohl Wandscheer nicht zum Kern dieser Gruppe gehörte, wird sie aufgrund ihres Stils, ihrer Motive und ihres sozialen Umfelds oft als solche angesehen.
Wandscheer arbeitete in einem naturalistischen Stil mit Einflüssen des Impressionismus. Neben Gemälden schuf sie auch Pastelle und Radierungen. Ihr Werk zeichnet sich durch eine gedämpfte Atmosphäre und große technische Präzision aus. Sie betonte die Schönheit des Alltäglichen, und ihre Arbeiten zeugen von einer tiefen Empathie für ihre Motive.
Sie war aktives Mitglied von Künstlervereinigungen wie Arti et Amicitiae und Pulchri Studio und stellte zu Lebzeiten an verschiedenen Orten in Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Ede sowie bei der Renkumer Künstlervereinigung Pictura Veluvensis aus. Ihre Werke wurden für ihre Ruhe und Handwerkskunst geschätzt, doch nach ihrem Tod geriet ihr Name etwas in Vergessenheit.
Dennoch erwacht im 21. Jahrhundert das Interesse an ihrem Werk erneut. 2006 fand im Historischen Museum Ede eine Ausstellung mit dem Titel „Marie Wandscheer weer aan de wand“ statt – eine würdige Hommage an eine Künstlerin, die, großen Gesten abgeneigt, im Kleinen und Persönlichen Kraft fand.
Marie Wandscheer starb 1936 in Ede. Ihr Werk lebt weiter als stilles Zeugnis weiblicher Kunstfertigkeit, der Verbundenheit mit ihrer Umwelt und eines Lebens, das der Schönheit und Beobachtung gewidmet war.
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