Uber den Künstler
Jacob Jan van der Maaten wurde am 4. Januar 1820 in der Festungsstadt Elburg am Rande der Veluwe geboren. Er entwickelte sich zu einem der führenden niederländischen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts und ist bekannt für seine lieblichen, lichtdurchfluteten Landschaftsdarstellungen – geprägt von Romantik, aber fest in der Realität verwurzelt. Seine Werke strahlen Ruhe, Licht und ländliche Harmonie aus.
Van der Maaten studierte an der Königlichen Akademie der Künste in Amsterdam, wo er unter anderem vom berühmten Historienmaler Jan Willem Pieneman unterrichtet wurde. Bald jedoch schlug er seinen eigenen Weg ein und konzentrierte sich auf die Landschaft – ein Genre, in dem er sich voll entfalten konnte. Er schloss sich Arti et Amicitiae an, wo er viele Jahre lang eine aktive und geschätzte Rolle spielte.
Seine Landschaften zeigen oft weite, offene Wiesen, Baumgruppen im sanften Sonnenlicht, grasende Kühe, sandige Wege und bewölkten Himmel. Menschen erscheinen in seinen Werken, aber immer klein, eingebettet in das große Ganze der Natur. Sein Stil ist leicht romantisch: Er idealisierte die Landschaft, ohne sie sentimental zu machen, mit großem Gespür für Atmosphäre und Jahreszeiten.
Sein berühmtestes Gemälde, „Begräbnis im Korn“ (1854), erfreute sich nach seiner Fertigstellung sofort großer Beliebtheit und gehört zum Kanon der niederländischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Es zeigt einen einfachen Trauerzug eines Bauern, der durch ein lichtdurchflutetes Kornfeld zieht – eine ruhige, zutiefst menschliche Darstellung, symbolisch und zugleich absolut irdisch. Vincent van Gogh lobte das Gemälde später in seinen Briefen als Beispiel wahrer Malerei „mit Gefühl“.
Van der Maaten war nicht nur Maler, sondern auch Lehrer. Er hatte ein Atelier in Den Haag, wo er viele jüngere Künstler betreute. Er spielte auch eine Rolle im kulturellen Leben seiner Zeit und setzte sich für eine stärkere Anerkennung der Malerei als eigenständiger Beruf und als Quelle des Nationalstolzes ein.
In seinen späteren Jahren zog er nach Apeldoorn, wo er am 16. April 1879 starb. Sein Werk wird noch heute in Museumssammlungen geschätzt, unter anderem im Rijksmuseum und im Kröller-Müller Museum. Jacob Jan van der Maaten hinterließ ein Werk, das die niederländische Landschaft nicht nur darstellte, sondern auch besang: In Licht, Linie und Farbe erzählte er die Geschichte eines Landes in Frieden und Bewegung.























