Rozen, 1917
Henri Le Fauconnier
PapierKreideAquarell
75 ⨯ 55 cm
Preis auf Anfrage
Studio 2000 Art Gallery
- Über KunstwerkKrijt en aquarel op papier
75 x 55 cm.
Gesigneerd met monogram Le F
Herkomst: Collectie P. Boendermaker no. 3922.
Literatuur: Jules Romains, 'L'art et la vie Le Fauconnier', 1927 (ill) - Über Künstler
Henri Le Fauconnier wurde am 5. Juli 1881 im nordfranzösischen Hesdin geboren. Er begann seine Karriere als Schriftsteller, fand aber bald seine wahre Berufung in der Malerei. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er zu einer der Schlüsselfiguren des frühen Kubismus in Frankreich – einer Bewegung, die die Realität nicht imitierte, sondern strukturierte und analysierte. Le Fauconnier zeichnete sich in dieser Bewegung durch eine seltene Kombination aus analytischer Schärfe und emotionaler Tiefe aus.
Er studierte zunächst Jura, entschied sich aber schon in jungen Jahren für eine künstlerische Ausbildung an der Académie Julian in Paris. In der geschäftigen Hauptstadt kam er schnell mit anderen Wegbereitern der modernen Kunst in Kontakt, darunter Albert Gleizes, Jean Metzinger und Fernand Léger. Gemeinsam mit ihnen prägte er den Kubismus, der zwischen 1907 und 1914 die Pariser Kunstwelt auf den Kopf stellte. Sein Durchbruch kam 1911 im Salon d’Automne, wo sein monumentales Gemälde „Les Montagnards attaqués par des ours“ durch seine Kraft, Struktur und Größe bestach – ein kubistisches Werk, das sowohl Intellekt als auch Dramatik in sich trug.
Im Gegensatz zum kühleren Ansatz mancher Kubisten blieb Le Fauconnier dem Physischen, dem Irdischen verbunden. Seine Formen sind schwer und gewichtig, seine Farbgebung erdig und satt. Figuren und Landschaften wirken wie aus Fels gehauen – kantig, aber voller innerer Spannung. Sein Stil wird auch als „expressiver Kubismus“ bezeichnet, eine Brücke zwischen Cézanne und dem späteren Expressionismus.
Während des Ersten Weltkriegs lebte Le Fauconnier in den Niederlanden, wo er am Modernen Kunstkring lehrte und junge niederländische Künstler beeinflusste. Er hielt sich unter anderem in Laren auf, wo er im künstlerischen Umfeld der Bergener Schule arbeitete. Sein Werk nahm einen eher introspektiven Ton an, mit religiösen und spirituellen Elementen, ohne seine kubistische Basis zu verlieren.
Nach dem Krieg kehrte er nach Frankreich zurück und blieb als Maler, Schriftsteller und Lehrer tätig. Sein späteres Werk wurde weniger abstrakt und symbolischer, mit Einflüssen von Mystik und Spiritualität. Obwohl sein Name nach 1920 etwas in den Hintergrund geriet, blieb er eine einflussreiche Persönlichkeit mit der tiefen Überzeugung, dass Kunst nicht nur Form, sondern auch Bewusstsein vermitteln sollte.
Henri Le Fauconnier starb am 25. Dezember 1946 in Paris. Seine Werke sind in Museen wie dem Centre Pompidou und dem Gemeentemuseum Den Haag zu finden. Er gilt heute als Brückenbauer: zwischen Kubismus und Expression, zwischen Frankreich und den Niederlanden, zwischen Analyse und Gefühl. Ein Maler, der nicht nur sah, sondern auch abwägte.
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