'Insects' 1926
Qi Baishi
Aquarell
15 ⨯ 230 ⨯ 5 cm
ConditionGood
Preis auf Anfrage
Willem Kerseboom Gallery
- Über Kunstwerk
Qi Baishi (1864-1957). (Insects). Leporello with 9 watercolours on paper, partly w. sprinkled goldleaf, signed [Chinese:] "Old man Baishi" and w. red artist's seal, bound as a leporello between silk over wooden covers w. wooden borders, 15x230 cm. (unfolded) (15x10 cm. folded). - Slightly foxed, but otherwise in fine condition. = Delicately painted insects, depicting i.a. two praying mantises, several grasshoppers and a red dragonfly.
Qi Baishi (1 January 1864 – 16 September 1957)
Leporello ,22 pages + covers.
15x10 cm each page
Total 15x230 cm
Text : 己巳秋八月白石老人畫小蟲 „kleine Insekte gemalt von dem alten Mann Baishi im 8. Monat des Herbst des jisi-Jahres (1929)“
Seal : 老白 (Lao Bai)
The subjects of his paintings include almost everything, commonly animals, scenery, figures, toys, vegetables, and so on. He theorized that "paintings must be something between likeness and unlikeness, much like today's vulgarians, but not like to cheat popular people". In his later years, many of his works depict mice, shrimp or birds. He was also good at seal carving and called himself "the rich man of three hundred stone seals" (三百石印富翁). In 1953, he was elected president of the China Artists Association (中國美術家協會). He died in Beijing in 1957. - Über Künstler
Qi Baishi (1864–1957) war einer der einflussreichsten chinesischen Maler des 20. Jahrhunderts. Er wurde für die Wiederbelebung der traditionellen Tuschemalerei mit einer frischen, modernen Sensibilität gefeiert. Geboren in einer einfachen Bauernfamilie in Xiangtan, Provinz Hunan, war er weitgehend Autodidakt und begann seine Laufbahn als Zimmermann, bevor er sich ganz der Kunst widmete. Dieser späte und ungewöhnliche Einstieg in die Kunstwelt prägte seinen lebenslangen Fokus auf das Alltägliche und leicht zugängliche Motive.
Qis Werk ist vor allem für seine Darstellungen von Alltagsmotiven bekannt – Garnelen, Krebse, Insekten, Gemüse und Blumen –, die er mit bemerkenswerter Lebendigkeit und Schlichtheit wiedergibt. Sein Stil vereinte einen kühnen, ausdrucksstarken Pinselstrich mit leuchtenden, oft unerwarteten Farben und schuf so Kompositionen, die sowohl spontan als auch präzise wirken. Zentral für seine künstlerische Philosophie war das Konzept des Xieyi („Geistesähnlichkeit“), bei dem das Einfangen der Essenz und Energie eines Motivs wichtiger war als präziser Realismus. Seine Garnelenbilder werden insbesondere für ihre Transparenz, Dynamik und lebensechte Darstellung, die sie mit wenigen Pinselstrichen erzielen, hoch geschätzt.
Qi Baishi verband poetische Sensibilität mit scharfer Beobachtungsgabe und schlug so eine Brücke zwischen der traditionellen Gelehrtenmalerei und einem volksnäheren, modernen Ansatz. Er lehnte starre akademische Konventionen ab und setzte stattdessen auf Intuition, Humor und persönlichen Ausdruck. Im Laufe der Zeit erlangte sein Werk nationale und internationale Anerkennung, und er wurde in einer Zeit tiefgreifender sozialer und politischer Umbrüche zu einem Symbol chinesischer Kulturidentität.
Heute gilt Qi Baishi als Meister, der klassische Techniken in eine lebendige, sich stetig weiterentwickelnde Kunstform verwandelte – eine Kunstform, die mit ihrer Balance aus Tradition, Innovation und unmittelbarer Freude Generationen von Künstlern bis heute inspiriert.
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