Media Cabinet, ca. 1955 1950 - 1960
Jan Rietveld
HolzSperrholz, mehrschichtiges Holz
45 ⨯ 101 ⨯ 36 cm
ConditionNear mint
€ 2.500 - 3.500
The Millen House
- Über KunstwerkJan Cornelius Rietveld’s *Media Cabinet* (1956) is a 45 x 101 x 36 cm painted plywood piece that exemplifies modernist design principles. With its sleek, minimalist aesthetic, functional shelving, and open-back design, the cabinet embodies simplicity and utility, hallmarks of the Rietveld design legacy. The painted black finish enhances its understated elegance, making it a versatile addition to contemporary interiors. Originally designed for photographer Violette Cornelius’s home at Spuistraat 125A, Amsterdam, the cabinet reflects Rietveld’s skill in tailoring furniture to specific spaces. Exhibited at *5X Rietveld* at The Millen House in 2024, this rare piece combines historical significance with practical appeal, offering a unique opportunity to own a work by Jan Cornelius Rietveld, a key figure in modern furniture design.
- Über Künstler
Jan Cornelis Rietveld wurde am 27. April 1919 in Utrecht als Sohn des weltberühmten Designers und Architekten Gerrit Rietveld geboren. Aufgewachsen in einem von Kunst und Design geprägten Umfeld, entwickelte er schon früh ein ausgeprägtes Auge für Architektur und Design. Er entstammte einer kreativen Familie: Seine Schwester Bep Rietveld wurde Malerin, sein Bruder Wim Rietveld entwickelte sich zu einem führenden Industriedesigner, und sein Bruder Gerrit Rietveld Jr. konzentrierte sich auf Möbeldesign.
Jan Rietveld besuchte Abendkurse an der Architekturakademie in Amsterdam, wo er 1949 bei Bernard Bijvoet, einem Architekten, der selbst stark im modernistischen Denken verwurzelt war, seinen Abschluss machte. Bevor er sich selbstständig machte, sammelte Rietveld Erfahrungen bei führenden Unternehmen wie Van Tijen & Maaskant, Brinkman & Van den Broek und im Unternehmen seines Vaters. Diese Jahre legten den Grundstein für seinen eigenen Stil und seine Vision.
1947 machte sich Rietveld als selbstständiger Architekt selbstständig. Er entwarf hauptsächlich Einfamilienhäuser, oft mit integriertem Praxisraum, was damals eine innovative Lösung für die Verbindung von Wohnen und Arbeiten darstellte. Seine Entwürfe zeigen eine deutliche Affinität zum Nieuwe Bouwen und der klaren, funktionalen Formensprache seines Vaters. Gerade Linien, offene Grundrisse und eine schlichte Materialisierung sind charakteristisch für seine Arbeit. Eines seiner wenigen großen Bauprojekte ist die Westereindflat in Amsterdam; Großaufträge blieben ihm jedoch aus, vielleicht weil er den menschlichen Maßstab des individuellen Hauses bevorzugte.
Neben seiner Tätigkeit als Architekt engagierte sich Rietveld in der intellektuellen und pädagogischen Landschaft der niederländischen Nachkriegsarchitektur. Zwischen 1947 und 1959 engagierte er sich in der progressiven Amsterdamer Architektengruppe De 8 und kurzzeitig bei De Opbouw in Rotterdam – beides Plattformen, auf denen innovative Ideen zu Stadtentwicklung und Architektur entwickelt und ausgetauscht wurden.
Seine Begabung für die Wissensvermittlung machte ihn zu einem beliebten Lehrer. Von 1951 bis 1955 lehrte er Innenarchitektur an der Kunstakademie in Enschede. Danach war er fast drei Jahrzehnte lang als Dozent für Innenarchitektur und Architektur an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam tätig. 1970 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Technischen Universität Delft ernannt, wo er zur Ausbildung neuer Architektengenerationen beitrug.
Jan Cornelis Rietveld starb am 17. Dezember 1986 in Amsterdam. Sein Werk – geprägt von Schlichtheit, Funktionalität und einem respektvollen Dialog mit dem Werk seines Vaters und des Nieuwe Bouwen – zeigt, wie er bescheiden, aber bedeutsam zur niederländischen Architektur beitrug. Sein Einfluss lebt in seinen Entwürfen und in den vielen Studenten weiter, die er inspirierte.
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